Rückenschmerzen

Europaweit leiden sehr viele Menschen irgendwann in ihrem Leben unter mehr oder weniger ausgeprägten Rückenproblemen. Diese Beschwerden führen im Einzelfall dazu, dass die Betroffenen bestimmte Alltagsaktivitäten oder sogar ihre Berufstätigkeit nicht mehr ausüben können. Rückenschmerzen sind darum auch mit einigem Abstand das häufigste Problem in der Physiotherapie. Grund genug für uns, für Sie im folgenden Artikel eine Reihe interessanter Fakten zu Ursachen, Symptomen und möglichen Behandlungen zusammenzustellen und Ihnen Informationen darüber zukommen zu lassen, wie eine Bandage oder Orthese Ihnen helfen könnte. Zum Abschluss des Artikels können Sie sich, mit Hilfe des Thuasne Brace Guides, einen sehr guten Überblick über die zur Behandlung Ihrer Beschwerden optimale Bandage/ Orthese verschaffen.

Die Anatomie des Rückens

Der Rücken besteht aus einer Reihe kompakter Knochen-Elemente, die durch Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln miteinander verbunden werden. Die Summe dieser einzelnen Bestandteile wird als Wirbelsäule bezeichnet und setzt sich wie folgt zusammen:

  • 7 Halswirbel, Nackenbereich
  • 12 Brustwirbel, Brust- und hoher Rücken-Bereich
  • 5 Lendenwirbel, unterer Rücken
  • 5 Kreuzbeinwirbel, Kreuzbein 4 Wirbel, Os coccygis oder Steißbein

Wenn Sie mehr über Nackenbeschwerden erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel.

Während am oberen Ende das Halsgelenk den Kopf mit der Wirbelsäule verbindet, stellen die Kreuzbeinwirbel am unteren Ende die Verbindung mit der Hüfte her. Zwischen all diesen einzelnen Knochenteilen befinden sich Gelenke, die es ermöglichen, die gesamte Wirbelsäule multiaxial zu bewegen. Um diese Bewegungen so reibungslos wie möglich zu machen, befinden sich zwischen den einzelnen Knochenteilen Knorpel-Elemente, die als flexible Gleitmittel dienen. Die das Gelenk umgebenden Muskeln und Bänder schließlich steuern die Gelenke, indem sie sich zusammenziehen oder entspannen. In der Folge soll es um Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbel, also Schmerzen im oberen und unteren Rückenbereich gehen.

Spezifische und unspezifische Rückenschmerzen

Bei Rückenbeschwerden wird zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenbeschwerden unterschieden. Spezifische Rückenbeschwerden haben eine klare Ursache, wie zum Beispiel eine unfallbedingt Fraktur oder einen Sportunfall verursachtes, akutes Trauma. Unspezifische Rückenbeschwerden werden durch einen nicht sofort klar erkennbaren Grund ausgelöst. Diese Beschwerden, unter denen rund 90% der von Rückenproblemen Betroffenen leiden, treten häufig auch im Rahmen ganz normaler Alltagsaktivitäten auf. In der nachfolgenden Übersicht gehen wir etwas näher auf den Bereich der unspezifischen Rückenbeschwerden ein, um Ihnen einen Überblick über die gängigsten Beschwerden und deren mögliche Behandlung zu geben.

Übliche Beschwerden

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die häufigsten unspezifischen Rückenbeschwerden.

Hexenschuss oder lokales Lumbalsyndrom

Hexenschuss ist eine gängige Bezeichnung für plötzlich auftretende, starke Rückenschmerzen im Lendenwirbel-Bereich. Diesen Beschwerden liegen häufig keine nachweisbaren Rückenschäden zu Grunde und die Ursache der Probleme ist oft unklar. Auslöser dieser Form von Rückenschmerzen können zum Beispiel eine kurzfristige, ungewohnte Überanstrengung oder auch Übergewicht sein. Wenn Sie an einem Hexenschuss leiden, ist es wichtig, Ihren Rücken zu schonen und sich zunächst nur vorsichtig zu bewegen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihre Symptome per Spritze kurzfristig lindern und so eine Normalisierung Ihrer Beweglichkeit einleiten. Wichtig ist jedoch, mit Hilfe eines/ einer Physiotherapeut/ In Übungen zu erarbeiten, die Ihre Rückenmuskulatur stärken und so zu versuchen, einem erneuten Auftreten eines Hexenschusses vorzubeugen. Zusätzlich kann Ihnen eine Orthese helfen, Ihren Rücken und seine Gelenke und Muskulatur gezielt zu unterstützen. In 95% der Fälle verschwinden die Symptome eines Hexenschusses nach ca. sechs Wochen allmählich.

Hier weiterlesen: Kann eine Orthese Rückenschmerzen lindern?

Hernie (Hernia nuclei pulpo)

Zwischen Ihren Wirbeln befinden sich die sogenannten Bandscheiben, die aus einem weichem, elastischen Gel bestehen, dass die reibungslosen Bewegungen Ihres Rückens in mehreren Achsen ermöglicht. Diese Bandscheiben können sich, beispielsweise unter starker Belastung, ausbeulen und punktuell auf Ihren Ischiasnerv drücken. Da diese Nervenbahn die gesamte Länge vom Rücken bis zum Fuß verläuft, können Sie neben starken Rückenschmerzen auch Schmerzen in Bein und Fuß verspüren. Zusätzlich zu den auftretenden Problemen kann Ihr Bein auch weniger stark belastbar als normal sein oder sich taub anfühlen. Eine Rücken-Hernie kann durch Überlastung, Stress oder langes Sitzen verursacht werden. Sie kann aber auch erblich bedingt sein und tritt dann besonders häufig bei eher groß gewachsenen Menschen auf. In 75% der Fälle heilt eine solche Hernie innerhalb von 12 Wochen von selbst ab. Darum raten Hausärzte häufig dazu, die auftretenden Beschwerden 6 bis 8 Wochen zu erdulden (thuisarts.nl). Eine Rückenorthese kann dabei helfen, die auftretenden Schmerzen während dieses Zeitraums so weit wie möglich zu lindern und einen möglichst schnellen und nachhaltigen Heilungsprozess zu begünstigen.

Ischias (Lumbo-Ischias)

Die Begriffe Hernie und Ischias werden oft synonym verwendet, da die auftretenden Beschwerden sich oft sehr ähneln. Bei Ischias-Problemen bekommen Sie, genau wie im Falle einer Rücken-Hernie, ebenfalls Schmerzen in Bein und Fuß. Die Ursache der Schmerzen ist jedoch beim Auftreten einer Ischias-Problematik eine andere. Diese Beschwerden werden durch eine Entzündung des Ischias-Nervs verursacht. Aufgrund ihrer punktuell druckausübenden Wirkung kann eine Rücken-Hernie jedoch auch noch eine Entzündung Ihres Ischias-Nervs verursachen, sodass Sie neben den, mit der Rücken-Hernie verbundenen Problemen zusätzliche Schmerzen bekommen. Genau wie bei einer Rücken-Hernie verschwinden die von der Entzündung des Ischias-Nervs verursachten Schmerzen oft von selbst. Eine Rückenorthese kann Ihnen auch hier beim Genesungsprozess helfen, indem sie den Rücken stützt und gezielt Druck ausübt, was Ihre Schmerzen in den meisten Fällen spürbar reduzieren wird.

Skoliose

Im Falle einer Skoliose ist die Wirbelsäule unnatürlich verbogen, was früher oder später zu Beschwerden und schließlich zu starken Schmerzen führen kann. Dabei unterscheidet man zwischen einer strukturellen und einer nicht-strukturellen Skoliose. Als strukturelle Skoliose bezeichnet man einen, durch einen angeborenen Defekt oder durch ein Ungleichgewicht der Muskulatur schief gewachsen Rücken. Die nicht-strukturelle Skoliose wird durch äußerliche Einflüsse verursacht. Häufige Ursachen dafür sind ungleich lange Beine oder eine, häufig berufsbedingte, dauerhaft falsche Haltung.

Sollten Sie an einer Skoliose leiden, ist es wichtig, eine/n entsprechenden Fach-Arzt/ Ärztin zu konsultieren, der oder die Sie dann, nach entsprechender Diagnose, an eine/n Orthopädietechniker*In oder Physiotherapeuten*In überweisen kann. Häufig lassen sich die durch eine Skoliose verursachten Beschwerden durch spezielle Übungen und die Verwendung einer Korrekturschiene beheben. In schweren Einzelfällen kann ein Arzt eine operative Korrektur der Skoliose bedingten Probleme empfehlen.

Zum guten Schluß

Bandagen werden in letzter Zeit immer häufiger bei Rückenbeschwerden eingesetzt. Das ist das Ergebnis jüngerer Forschungen, die zeigen, dass Rückenorthesen einen deutlich positiven Einfluß auf den Genesungsverlauf haben können. Klicken Sie hier, falls Sie Interesse an der Zusammenfassung einer Reihe entsprechender Studien haben sollten. Um Ihnen bei der Auswahl der für Sie richtigen Bandage/ Orthese zu helfen, haben wir den Thuasne Brace Guide entwickelt. Im Folgenden können Sie durch die Beantwortung einer Reihe kurzer Fragen sofort sehen, welche Bandage/ Orthese bestmöglich zu Ihren Beschwerden passt. Dabei ersetzt der Thuasne Brace Guide keine Indikation im klassischen Sinne und auch nicht die persönliche Konsultation mit Ihrem/ Ihrer Haus-Arzt/ -Ärztin, Ihrem/ Ihrer Orthopäden/ Orthopädin oder Ihrem/ Ihrer Physiotherapeuten/ Physiotherapeutin.