Nackenschmerzen

Viele Menschen denken beim Stichwort Gelenke zuallererst an Knie, Fußknöchel, oder Ellenbogen. Dass aber auch der Nacken aus einer Reihe von Gelenken besteht, wird, zu Unrecht, nur allzu leicht vergessen. So leiden Jahr für Jahr hunderttausende von Menschen europaweit an Nackenschmerzen (Quelle: öffentliches Gesundheitswesen).

Laut Thuisarts.nl leiden sogar zwei Drittel aller Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens an mehr oder weniger ausgeprägten Nackenschmerzen. Grund genug für uns, im nachfolgenden Artikel die häufigsten Beschwerden und mögliche Lösungen dafür zu besprechen.

Wichtig ist es uns an dieser Stelle noch zu erwähnen, daß der Nacken aus einer Reihe eher empfindlicher Gelenke besteht und das ernsthafte Nackenbeschwerden durchaus ernste Ursachen und Folgen haben können. Darum stellt der folgende Artikel keine Alternative zu einem Arztbesuch mit entsprechender Fachberatung dar, sondern soll vor allem als erste Orientierung und zur Vermittlung grundlegender Aufklärung dienen.

Die Anatomie des Halses

Die insgesamt sieben Gelenke im Nacken-Bereich sind Teil der oberen Wirbelsäule, werden als Halswirbel bezeichnet und bilden die Verbindung zwischen Halswirbeln und Kopf. Zwischen diesen Gelenken befinden sich Knorpel-Körper, die eine direkte Reibung verhindern und im Zusammenspiel mit Sehnen, Bändern und Muskeln einen problemlosen Bewegungsablauf ermöglichen.

Häufige Beschwerden

Im Folgenden haben wir aus einer Vielzahl unterschiedlichster Probleme, die am häufigsten auftretenden Beschwerden unter denen Menschen im Nackenbereich leiden können für Sie zusammengefasst:

Muskelschmerzen oder steife Muskeln im Nacken

Die mit über 98% am häufigsten auftretenden Beschwerden im Nackenbereich haben muskuläre Ursachen, die vor allem durch Stress und Fehl- oder Überlastung ausgelöst werden. In den meisten Fällen verschwinden diese Beschwerden von selbst wieder. Ausreichend kontrolliertes Bewegen und ein gezieltes Training des Nackens, am besten unter fachkundiger Anleitung, fördert die Genesung und stärkt die Muskulatur. Um Ihren Nacken bei akuten Schmerzen zu stützen und zu entlasten nutzen Sie am besten eine, entsprechend angepasste, Nackenbandage, deren Verwendung Sie wieder reduzieren oder aussetzen können, sobald Ihre Schmerzen nachlassen.

Torticollis (Schiefhals)

Eine Torticollis beschreibt eine unnatürliche, einseitige, seitliche Neigung des Kopfes, die häufig durch eine Verletzung oder eine Fehlentwicklung während der Wachstumsphase verursacht wird. Die am häufigsten davon betroffenen Nackenmuskeln sind der M. sternocleidomastoideus und der M. trapezius. Da der Muskel im Falle einer Torticollis auf der einen Seite mehr Zug ausübt als auf der gegenüber liegenden, wird der Kopf mehr oder weniger stark auf eine Seite gezogen. Sollten Sie oder Ihr Kind sich noch im Wachstum befinden und von dieser Problematik betroffen sein, ist es sehr wichtig, umgehend einen Arzt aufzusuchen, da eine Torticollis die weitere Entwicklung des Hals und Nackenbereichs und seiner Gelenke deutlich beeinträchtigen, bzw. negativ beeinflussen kann.

Schleudertrauma oder zervikale Verstauchung

Wie jedes andere Gelenk kann man sich auch den Hals verstauchen. Im Nackenbereich wird diese Verletzung bzw. dieses Trauma als Schleudertrauma bezeichnet. Häufigste Ursache für ein Schleudertrauma ist ein harter Aufprall, der den Nacken ruckartig von vorne nach hinten, oder umgekehrt, zwingt, wie es beispielsweise bei Autounfällen, wie Auffahrunfällen, o.ä. geschieht. Neben starken Nackenschmerzen können, durch die traumatisierten Muskeln und Bänder, auch Kopfschmerzen, Schwindel, Depressionen und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten.

Ein solches Schleudertrauma heilt bei den meisten Menschen innerhalb von sechs Monaten wieder aus. In den ersten Tagen, wenn die Schmerzen im Regelfall am stärksten sind, kann eine weiche Halskrause stützen und entlasten und so helfen, eine nachhaltige Besserung zu erzielen, sodass Sie Ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen und auch besser schlafen können.

Nackenhernie oder zervikale Hernia nuclei pulpo

Wenn man an eine Hernie denkt, kommt einem spontan am ehesten der Bauch- und Leistenbereich in den Sinn. Sie können jedoch auch eine Hernie im Nacken bekommen. Dort bezeichnet sie einen Bandscheibenvorfall der Nackenwirbelsäule. Wie bei einem Bandscheibenvorfall des unteren Rückens werden auch hier die Beschwerden durch eine Bandscheibe verursacht, die verrutscht ist, nun hervorsteht und auf die Nerven des betroffenen Bereiches drückt.

Die Symptome einer Nackenhernie unterscheiden sich jedoch in eineigen Aspekten von einer Hernie des unteren Rückens. Ein Bandscheibenvorfall des Nackenbereiches löst zumeist Schmerzen in den Schultern und Armen, statt, wie bei einem klassischen Bandscheibenvorfall, in den Beinen aus. Untersuchungen der Universität Amsterdam haben gezeigt, dass eine halbstarre Nackenstütze ein sehr wirksames Mittel sein kann, um die häufig äußerst unangenehmen Beschwerden einer Nackenhernie spürbar zu reduzieren.

Zervikale Arthrose oder Zervixarthrose

Arthrose wird im Volksmund gern auch als Gelenk-Verschleiß bezeichnet. Arthrose tritt jedoch nicht nur bei Verschleiß auf, sondern auch bei Menschen mit einer genetischen Anomalie, sodass auch in jungen Jahren Verschleiß auftreten kann. Sie können die Schmerzen bei Arthrose im Nacken auf verschiedene Weise lindern. Kurzfristig können Sie sich zum Beispiel ruhig hinlegen und mit einer Wärmepackung, wie zum Beispiel dem Thuasne Argicalm Hot Pack, einem wiederverwendbaren Thermo-Tonkissen, den Nacken wärmen. Sie können darüber hinaus eine Nackenorthese/ -Bandage verwenden, um die Nackenwirbelsäule bei täglichen Aktivitäten zu stützen. Eine Nackenbandage kann auch dafür sorgen, dass falsche, unbewußt ausgeführte Bewegungen, die zu Schmerzen führen können, eingeschränkt werden. Darüber hinaus können physiotherapeutische Übungen helfen, die Nackenmuskulatur zu stärken und den Nackenbereich damit zusätzlich zu stabilisieren.

Hier haben wir unter dem Titel: Arthrose, was können Sie dagegen tun? weiterführende Informationen für Sie zusammengestellt.

Welche Orthese passt zu meinen Beschwerden?

Um einen optimalen Effekt bei der Behandlung Ihrer Beschwerden zu erzielen ist es entscheidend, dass Sie die richtige Halsbandage in der richtigen Größe wählen. Für eine/n Laien/ In kann es eher schwierig sein, in Eigenregie die richtige Wahl zu treffen. Darum haben wir den Thuasne Brace Guide für Sie entwickelt. Dabei ist der Thuasne Brace Guide keine Indikation im klassischen Sinne und soll auch nicht die persönliche Konsultation mit Ihrem/ Ihrer Haus-Arzt/ -Ärztin, Ihrem/ Ihrer Orthopäden/ Orthopädin oder Ihrem/ Ihrer Physiotherapeuten/ Physiotherapeutin ersetzen. Vielmehr möchten wir Ihnen eine erste, gezielte Orientierungshilfe bei der Auswahl eines passenden Produktes geben.